Ist die Beziehung zerbrochen, dann bereiten einem nicht nur Eifersucht und Liebeskummer Kopfzerbrechen, sondern auch aufkeimdende Rachegelüste. Nicht selten entwickelt sich der Wunsch nach unerbittlicher Rache am Ex-Partner bereits unmittelbar nach der Trennung. Wenn aus einstiger Liebe Hass wird und verletzte Eitelkeit heftig am Selbstbewusstsein nagt, dann wünscht sich der enttäuschte Part meist nichts Sehnlicheres, als den ehemaligen Partner endlich leiden zu sehen. Wer verletzt wurde, möchte sich natürlich nur allzu gern entsprechend “revanchieren”. Am liebsten würde man dem Exfreund oder der Exfreundin etwas Gift in die Tomatensuppe streuen oder einen Stein in die Windschutzscheibe des geliebten Wagens werfen. Und was würde man anschließend alles geben, nur um einmal einen Blick auf das Gesicht des malträtierten Ex zu werfen? Noch effektvoller wäre es in solchen Situationen natürlich, wenn der Ex-Partner wüsste, wem er das alles zu verdanken hat.
Nicht nur Fremdgehen und Seitensprung werden gern hart bestraft, sondern alle Taten und Worte, die einen während der Partnerschaft oder Trennungsphase verletzt haben. Die Enttäuschungen wollen natürlich entsprechend verarbeitet werden. So wird je nach Typ und Trennungsgrund mit solchen Situationen unterschiedlich umgegangen. Es gibt viele, die sich in die Welt der Rache flüchten, weil sie starke Hassgefühle meist leichter verarbeiten können, als Gefühle der Enttäuschung. Und da sind wir auch schon beim eigentlichen Thema. Vorhandene Rachegelüste zeigen nicht nur einem selbst, sondern auch dem ehemaligen Partner, dass noch ein gewisses Interesse, in welcher Form auch immer, existiert.
Viele Verlassene entwickeln Gefühle für sich selbst. Sie sind massiv in ihrer Eitelkeit gekränkt und möchten aufgrund dessen Rache am Verantwortlichen üben. Doch genau hier unterliegen viele einem Trugschluss. Wenn man auf Rache aus ist, dann erkennt der Ex-Partner unterbewusst, dass die Enttäuschung an einem nicht spurlos vorbei geht. Besonders masochistische Zeitgenossen genießen beispielsweise die Rachegelüste ihrer Ex-Partner so sehr, dass sie die Rache oder den Hass regelrecht erwarten. Für diese Personen sind aufkeimende Rachegefühle eine Art Bestätigung, wie wichtig und begehrt sie doch sind. Demnach wäre es als verlassener Part äußert töricht, solche Typen mit Vergeltungswünschen noch zu nähren.
Sollte Ihr ehemaliger Partner von diesem Schlag sein, dann drehen Sie den Spies doch einfach um und ignorieren Sie ihn ganz bewusst und konsequent. Dieses Verhalten könnte Ihr Gegenüber unter Umständen mehr verletzen, als wenn man mit den wildesten Rachegelüsten seine eigenen Schwächen offenbaren würde. Niemand wird gern ignoriert. Wir alle gieren nach Beachtung und nach der permanenten Bestätigung, gebraucht zu werden. Auf diese Weise wird unser Selbstbewusstsein entsprechend aufgebaut und gestärkt. Mangelt es uns an Aufmerksamkeit, indem wir ignoriert werden, dann kann dies mitunter schlimmer wiegen, als entgegengebrachter und verräterischer Hass.
Eines haben alle aufkeimenden Rachegelüste gemeinsam. Sie zeigen, dass die Trennung längst noch nicht überwunden ist und noch zahlreiche Gefühle im Spiel sind. Selbst Hass ist ein Gefühl. Allerdings sollten Sie sich davon nicht einnehmen lassen, wenn Sie selbst glücklich werden wollen.
Bedenken Sie immer: Die wirkungsvollste Rache, die Sie ausüben können, ist schlichtweg Ignoranz. Zeigen Sie Gleichgültigkeit, denn dies enttäuscht wiederum den anderen und Sie müssen dafür rein gar nichts etwas in die Wege leiten. Auch für Sie selbst ist es besser, keine weiteren Gedanken an die frühere Beziehung zu verschwenden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie Ihrem ehemaligen Partner ohnehin völlig egal sind. So macht es auch keinen Sinn, sich deswegen den Kopf zu zerbrechen und Energien zu verschwenden. Peilen Sie neue Ziele in Ihrem Leben an und lassen Sie die Vergangenheit ruhen. Nur so können Sie selbst wieder inneren Frieden finden und auf Dauer glücklich werden. Hass hat zwar eine zerstörerische Wirkung, allerdings nicht nur für den, für den der Hass empfunden wird. Negatives richtet sich auch immer gegen einen selbst und liegt wie eine Last auf der Seele.


12. Februar 2008 um 17:48
Hallo,
ich kann diesem Beitrag nicht ganz zustimmen.
Es ist zwar richtig, dass man wenn man sich an seinem Ex-Partner rächen möchte, jede Sachbeschädigung und Köperverletzung zu unterlassen hat. Aber es muss auch durchaus legitim sein, sich auf andere Art und Weise zu rächen.
Ich selber habe meinen Ex-Freund auf einem Rache Portal im Internet verewigt (http://www.onlinerache.de) Das habe ich nicht nur aus Rache gemacht, sondern um vielleicht auch andere Frauen vor ihm zu warnen, da er ein sehr extremer “Fremdgänger” ist. Was ich aber leider auch erst später herausgefunden habe.
Und auch nicht bei alle Ex-Partnern ist die Ignoranz die beste Wahl nach meiner Erfahrung. Deshalb bin ich schon für Rache, dann aber in Maßen!
Gruss
Marianne
18. März 2008 um 03:51
Hallo,
ich kann dem Artikel nur recht geben, wenn es darum geht, Schaden begrenzen zu wollen. Racheakte können ungemeinen Schaden anrichten. Vor allem vergisst man sich sehr schnell selbst.
Außerdem finde ich es auch gut, das der Artikel dazu rät, zu überlegen, ob der andere Part nicht durch die Rache eher genährt als geschwächt wird.
Dennoch hat der Racheakt - im legalen Rahmen - einen guten Erziehungseffekt auf den anderen, der wirklich Betrug hat walten lassen. Es stärkt das eigene Selbstwertgefühl, anderen potentiellen Opfern eine Warnung mitgegeben zu haben und erinnert fernab davon einen an seine eigenen Prinzipien, sobald man wieder selber in einer Beziehung ist und womöglich die Fehler zu begehen wagt, die der Racheempfänger damals beging.
Wichtig dabei ist aber, das es sich tatsächlich um einen unmoralischen Schachzug des Expartners handelte. Fremdgehen, rigorose Lügen, finanzielle Disaster gehören für mich dazu.
Wenn man aber allein durch nicht aufgebrachte Gefühle enttäuscht wurde, so halte ich es für falsch, einen Rachezug zu beginnen.
Man muss also akribisch genau und möglichst objektiv versuchen abzuwägen!